Störungen im EKG


Was Sie beim Schreiben des EKGs unbedingt beachten sollen:

Auch wenn Sie mit Ihrem EKG keinen Schönheitswettbewerb gewinnen wollen und z.T. unter Zeitdruck stehen, sollte man versuchen, ein störungsfreies EKG zu Papier zu bringen. Artefakte können z.T. schwer von echten Veränderungen unterschieden werden und führen dann zur Fehlinterpretation. Aus diesem Grunde sollte auch das Verpolen der Ableitungen unbedingt vermieden werden.

Wechselstrom


Die Stromversorgung von in der Nähe stehenden Geräten kann im EKG zu typischen Störungen führen, die leicht zu erkennen sind. Wechselstrom wird 50 mal pro Sekunde umgepolt ( 50 Hertz), die im EKG sichtbaren Störungen haben also eine Frequenz von 50 / sec. Bei einer Ableitungsgeschwindigkeit von 50 mm/sec ist das eine Störung pro Millimeter. Die einfachste Maßnahme, die häufig zum Erfolg führt, besteht im Ziehen des Steckers bei elektrischen Betten. Treten in einem bestimmten Raum Wechselstromeinflüsse öfters auf, dann setzen sie sich mit ihrer Haustechnik in Verbindung.

Muskuläre Einflüsse


Da auch Skelettmuskeln bei der Depolarisation Felder erzeugen, kann das im EKG zu unerwünschten Störungen führen. Es ist zum Beispiel nicht sinnvoll, einem Patienten mit Kältezittern ein EKG zu schreiben. Der Patient ist so zu lagern, dass er bequem und unverkrampft liegt. Während des Schreibens soll er sich nicht bewegen und ruhig atmen. Erkrankungen wie M. Parkinson sind beim Schreiben vom EKG hinderlich, weil bei Ihnen das Zittern zu Artefakten im EKG führt.

Schwankungen der Nulllinie


Die Nulllinie ist zur Interpretation des EKG wichtig, sie dient u.A. als Referenzlinie zur Beurteilung der ST- Strecke. Schwankungen der Nulllinie können entstehen, wenn die ableitende Elektroden schlechten Hautkontakt hat oder das Kabel unter Zug steht. Weitere Ursachen können auch tiefes Atmen, Husten, Singultus oder Bewegungen sein.




Bei der Anlage der Elektroden und Kabel sollte darauf geachtet werden, dass die Kabel sich nicht überkreuzen und keine stromführenden Leitungen in der Nähe sind. Dies hilft, Störungen zu vermeiden.

EKG- Beispiel:
In diesem Streifen sind Artefakte, die nicht von den elektrischen Potenzialen des Herzens stammen: Der Patient hat Sinusrhythmus, die Erhebungen in der Mitte sind keine P-Wellen, sondern Schwankungen der Nulllinie.








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